Über mich

Vor etwa 22 Jahren fing ich , nein, eigentlich mein Sohn, oder doch ich?, also wir beide, mit der Aquaristik ( Süßwasser ) an.

Wir machten uns auf den Weg zum Aquariumladen. Dort ließen wir uns beraten. Wir kauften uns, wie wohl typisch für viele neue Aquarianer, ein 100 Ltr Becken mit einer Abdeckung die mit  zwei Leuchtstoffröhren bestückt war. Dazu kauften wir Kies, einen Stabheizer, einen kleinen Innenfilter und den sonstigen üblichen Kleinkram. So beladen fuhren wir nach Hause. Dort wurde gleich alles zusammen gebaut bzw. das Becken eingerichtet und Wasser eingefüllt. Am nächsten Tag kauften wir ein paar Pflanzen und ein paar Fische ( kleine Salmler ). Pflanzen und Fische wurden sogleich ins Becken eingesetzt und betrachteten mit ein bisschen Stolz unser gemeinsames Wunderwerk. Wir hatten also ein Aquarium, das heißt, mein Sohn hatte ein Aquarium, denn es stand ja in seinem Zimmer. Die weitere Pflege und Verantwortung wurde ihm, wie vorher gemeinsam abgesprochen übertragen. Am Anfang war er auch in gewisser weise stolz darauf und pflegte sein Aquarium und fütterte seine Fische. Und so ging es über viele Wochen. Mit nachlassendem Interesse kamen auch die Probleme im Aquarium. Also kümmerte ich mich mehr und mehr um sein Aquarium. Er begann ein anderes Hobby und so wurde sein ehemaliges Hobby zu meinem Hobby ohne dass ich mir darüber eigentlich richtig klar war.

In meiner Unwissenheit glaubte ich dann das Aquarium in den Griff zu bekommen. Das war ein fataler Irrtum. Es begann ein regelrechtes Martyrium. Ich glaube, ich wurde in der Folgenzeit von allen Algenproblemen heimgesucht die es nur so gibt. Welches Aquariengeschäft ich auch aufsuchte, jeder erzählte mir was anderes. Dafür gab ich Unsummen an Geld für Technik und allerlei Hilfsmittel aus. Da ein Erfolg wie ich in mir vorstellte ausblieb, begann ich mich an Unmengen von Fachliteratur zu orientieren. Ich las Bücher über Wasserpflege, Aquarienlicht, Pflanzen und Zierfischen. Dabei fertigte ich Unmengen von Notizen an, die sich mit der Zeit in der eigens dafür geschaffenen jeweils entsprechenden Ablage sammelten. Nun begann ich, die Aquarienhändler zielgerecht auszufragen, mir die Antworten zu merken und zu notieren. Diese verglich ich mit den Antworten anderer und mit meinen aus den Büchern gemachten Notizen. Unterschiedlichkeiten wurden dadurch sichtbar gemacht. In mir wurde die Erkenntnis funktionierender Zusammenhänge eines Aquariums immer deutlicher. Diesmal ging ich wesentlich besser vorbereitet an den Start zu einer neuen Leidenschaft, die „ Aquaristik “.

Mit Geduld und Ausdauer , vor allem aber mit Geduld, gestaltete und richtete ich nun ein 450 Ltr Becken ganz nach meinen eigenen Plänen und Wünschen ein. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Natürliche Abläufe sollten so nah wie möglich nachempfunden werden. Mein Hauptaugenmerk galt der Filterung und damit der Qualität des Wassers, und die Qualität des Lichtes. Das Licht bestimmt unter anderem ganz wesentlich die Entwicklungsmöglichkeiten von Pflanzen und Algen, kurzum allen Lebens. 

Bei der Gestaltung der Pflanzenlandschaft halfen mir entsprechende Literatur und Beispiele von Gärtnerischer Gestaltungskunst. Dabei achtete ich aus Gründen des Neustarts auf Schnellwüchsige Pflanzen. Nach etwa einem Jahr ersetzte ich diese nach und nach ganz nach meinem Geschmack durch anspruchsvollere Gruppen aus.

Da die Pflanzen der beste Filter und auch zugleich der beste Sauerstofflieferant für die Fische sind, habe ich diesen Priorität eingeräumt. Dabei achtete ich auf Farbe, Form, Wuchs und Verträglichkeit untereinander. Hier setzte ich etwa ¾ mehr oder weniger schnell wachsende Pflanzen im Hinter- und Mittelgrund, und etwa ¼ langsam wachsende Pflanzen im Mittel- und Vordergrund ein.

Nach etwa zwei Monaten setzte ich ersten Fische ein. Es waren Bodenfische ( fünf Pärchen Goridoras ). Und nach etwa einem weiteren Monat setzte ich sieben verschiedene Pärchen an Regenbogenfische ein, für die ich mich lange vorher schon entschieden hatte.

Mehr nicht. Denn auch hier galt mein Hauptaugenmerk der Natürlichen Ausgewogenheit.

Drum merke; In unserem Fall kommt die Pflanze vor dem Fisch. Es ist ja bei uns auch nicht anders, denn die Natur kommt vor dem Mensch. Die Natur kann wohl sehr gut ohne den Menschen auskommen, aber der Mensch nicht ohne die Natur. Das sollten wir in unser Aquarium übertragen.Aus einer gut gelaunten Stimmung heraus hab ich schon mal gesagt; Meine Fische hab´n ne richtig geile pompöse Bude. Wir sagen ja auch zu uns; in seiner Wohnung soll man sich wohl fühlen, nicht wahr?

Ich füttere einmal am Tag und das nach Möglichkeit sehr abwechslungsreich. Meistens verwende ich verschiedenes Frostfutter welches ich kurz vorher auftauen lasse. Einmal in der Woche gibt es etwas spärliches Flockenfutter und einmal in der Woche gibt es je nach Angebot Lebendfutter. Ich füttere sparsam, aber ausreichend. Schließlich soll das Futter aufgenommen werden, bevor es zu Boden fällt. Sinn ist, dass Aquarienwasser nicht durch zersetzende Fäulnisstoffe ( Futterreste ) unnötig zu belasten und Algen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Die technische Anlage wird täglich überprüft. Einmal im Monat mache ich eine komplette Wasseranalyse. Die Filterwatte – letztes Filtermaterial im Hauptfilter –  wird ebenfalls einmal im Monat zu ¾ ausgetauscht. Der Wasserwechsel erfolgt wöchentlich mit etwa 10% des Wasservolumens in möglichst gleicher Identität. In meinem Aquarium Notizbuch werden alle Werte eingetragen sowie auch technischer Einsatz wie z.B. ein Leuchtstoffwechsel. Auf diese weise verschaffe ich mir eine verlässliche Kontrolle.

 

Nur ein schönes attraktives Aquarium macht mehr Spaß.

 

Damit es auch so bleibt ist unbedingter kontinuierlicher Einsatz erforderlich. Jede Veränderung ist behutsam und mit viel Bedacht und Beobachtung auszuführen.Allein schon ein Nachlassen solcher Aufmerksamkeit kann gravierende Veränderungen wie z.B. Algen oder Krankheiten etc. auslösen.

Und zum Schluß noch ein paar kleine Anmerkungen.

Oft kann ein gesunder Menschenverstand oder anders ausgedrückt menschliche Logik fehlendes Fachwissen wie Chemie oder Physik mitunter ganz gut ersetzen.

Ein paar Beispiele:

Niemand käme auf die Idee, eine zehnköpfige Familie in eine Einzimmerwohnung zu sperren. Sie würden sich gegenseitig nicht nur auf die Füße treten sondern sich auch gegenseitig tierisch auf den Nerv gehen. Deshalb dürfen wir unsere Aquarien nicht mit Fischen überbevölkern.

Oder, warum sollten wir den Teller abwaschen, wenn wir sowieso wieder daraus essen. Also, kontinuierlicher gleich bleibender Wasserwechsel muß sein.

Niemand käme auf die Idee, einen Eskimo  nach Afrika oder einen Afrikaner zu den Eskimos zu stecken. Das dürfen wir auch unseren Fischen nicht zumuten weil dies Stress, Krankheit und Tod bedeuten kann.

Niemand käme auf die Idee, einen aggressiven Rabauken in eine friedliebende Gruppe zu stecken.Das dürfen wir auch unseren Fischen nicht zumuten weil dies Stress, Krankheit und Tod bedeuten kann.

An diesen wenigen Beispielen ist abzulesen, wie man durch relativ einfache Logik schwerwiegende Fehler vermeiden kann.